Du bist schön

"Siehe, du bist schön, meine Freundin, siehe du bist schön" Hoh. 4.1

 

Weisst Du, das Gott Dich jeden Morgen mit diesen Worten begrüsst? Das sein Herz höher schlägt, wenn er an Dich denkt?
Ich weiss nicht, wie es Di
r geht, aber ich fand diesen Gedanken zwar schön, aber irgendwie nicht so relevant für mein Leben. Und dass er dies jeden Morgen tut, konnte ich nicht so wirklich glauben, denn manchmal komme ich morgens schon sehr übel daher. Überhaupt hab ich mit 40 erleichtert beschlossen, dass ich nun das Schön sein anderen überlasse und ich mich getrost den spannenden Dingen des Lebens widme. Doch Gott änderte meine Meinung zu diesem Thema in einem Moment, als ich es am wenigsten erwartet habe. Nach einem Unfall musste ich mein Geschäft, das gerade so gut lief aufgeben. Ich hatte jeden Tag enorme Schmerzen und war froh, wenn ich die Tage irgendwie überstand. Nach sechs Monaten, in denen ich verschiedene Ärzte und Therapeuten aufgesucht habe, war ich fix und fertig. Natürlich war ich in Heilungsgottesdiensten, liess für mich beten und hörte jede erdenkliche Lehre zum Thema Heilung. Ich war am Ende und brauchte dringend eine Begegnung mit Gott.

So zog ich mich für drei Tage in die Stille zurück. Und Gott begegnete mir in diesen Tagen, wenn auch, wie schon erwähnt, so ganz anders als erwartet. Das intensivste Erlebnis war in einer kleinen Kapelle, plötzlich überkam mich eine körperliche Schwere und eine Gegenwart füllte den Raum. Ich spürte eine tiefe Liebe und Annahme und war  total überwältigt. In meinem Inneren hörte ich eine Stimme, die sagte: "Ich bin pure Liebe, in mir ist nichts Gesetzliches und nichts Verurteilendes, ich ging ans Kreuz, damit alle Menschen Zugang zu dieser Liebe haben." Dann sah ich ein inneres Bild von einer Rose und hörte dazu die Worte, dass ich für Gott so wertvoll bin, wie eine Rose für ihren Züchter, er beschützt sie, pflegt sie und hegt sie. Ihre Schönheit, Gesundheit und ihr Aufblühen ist seine vollkommene Freude und Erfüllung.
Als ich nach Hause kam, war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht, denn bei dieser starken Präsenz erwartete ich, komplett geheilt zu sein, doch die Schmerzen waren noch immer da. Das Bild der Rose allerdings auch und so spürte ich trotz den starken Schmerzen einen Auftrieb. In mir fing an ein Vertrauen zu wachsen, ein Vertrauen, das alles Gut kommt, auch wenn es gerade nicht so aussieht. In dieser total hilflosen Situation fühlte ich mich plötzlich zutiefst geliebt und wertvoll. Ich wusste, Gott liegt meine Gesundheit genauso am Herzen wie mir. Nicht, dass ich mich davor nicht auch schon geliebt und wertvoll gefühlt hätte, nur war dieses Gefühl immer verbunden mit Umständen, die eben gerade stimmig waren. Nun stimmte gerade nichts und doch erfüllte ein tiefer Friede mein Herz, dieser Friede wurde für mich ein wertvoller Schatz in dürren Zeiten.
Phil 4.7: "Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid."
Dies war, und ist, nicht als emotionales Dauerhoch zu verstehen, es ist mehr eine Gewissheit, die wie ein Same in mein Herz gefallen ist und mit jeder Zeit, die ich in Gottes Gesellschaft verbrachte, zu einer grossen Pflanze wuchs, die immer mehr meine Gefühle und langsam auch meinen Körper durchduftete. Sehr langsam aber stetig fing es an, bergauf zu gehen mit mir. In diesen Zeiten mit Gott, fing er wieder an in mein Herz zu reden: "Sag anderen Frauen, wie schön sie sind." Meine Antwort kam ziemlich prompt: "Sollten wir ihnen nicht lieber sagen, dass Äusserlichkeiten nicht so wichtig sind?" Diesmal bekam ich eine Frage zur Antwort: "Denkst Du wirklich, dass die Schönheitsindustrie so boomen würde, wenn es unwichtig wäre?"  Ja, und so fing ich wieder vermehrt an, den Menschen in meinem Umfeld zu sagen, wie schön sie sind. Denn Gott findet uns alle, natürlich auch die Männer, wunderschön. Das Ergebnis war erfreulich und bewirkte oft so viel mehr als erwartet. Auch für mich selber nahm ich diese Wahrheit immer wieder in Anspruch und war erstaunt, was dies in mir bewirkte. Ich machte mir eine Woche lang zur Aufgabe jeden Tag jemandem ein ehrliches Kompliment zu machen und nach der Schönheit in den Menschen Ausschau zu halten. Meine Kinder liebten diese Woche, jeden Abend fragten sie: "Mami hast Du Deine Aufgaben schon gemacht, oder brauchst Du noch ein Opfer?" Wir hatten ziemlich viel Spass, denn jeden Abend ein ehrliches Kompliment für immer die gleiche Person zu finden, ist gar nicht so einfach. Auch Gott nimmt das Thema Schönheit mit viel Humor. Dabei zieht er es allerdings nie, auch nicht nur ein kleines bisschen, ins Lächerliche, sondern er bringt liebevoll jede perfektionierte Vorstellung darüber zum schmelzen. Seine Schönheit verbreitet tiefe Freude an- und miteinander.
Ich habe noch lange nicht die ganze Dimension der Schönheit Gottes begriffen, aber nur schon ihre Ansätze wirken extrem heilend auf mich. Darum möchte ich zu Deiner Ermutigung und Inspiration in diesem Blogg meine Erlebnisse und Erkenntnisse teilen und vielleicht hast ja auch Du Geschichten und Erkenntnisse, die Du zum Thema teilen möchtest, ich würde mich über eine Mail von Dir freuen.

"Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Frauen." Hoh 2.2

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